Am Anfang war….

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
die Erde aber war wüst und wirrpilz
Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

Gott sprach:

Es werde Licht. Und es wurde Licht.

Gott sah, dass das Licht gut war.
Gott schied das Licht von der Finsternis

und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht

Das ist eine Variante, meine ist es nicht.

Am Anfang waren Blasen. Nicht jetzt die die Ihr aus dem Physikunterricht kennt. Nicht der Urknall und dann…..nein soweit zurück möchte ich nicht gehen.
Es waren viele Blasen…kleine und große, jede Menge davon um uns herum.

Und es war warm.
Ein wunderschöner Spätsommer wie wir ihn hier nur selten haben.
Um uns war ein Zwielicht, eine Dämmerung die so schön auch nur hier zu finden ist.

Ja, jetzt können alle protestieren und auf ihren Südseeurlaub verweisen aber wenn ihr wirklich mal in Euch geht, müsst ihr zugeben, dass es diese ausgiebige lange Dämmerung, nur hier gibt. Diese Zeit eines lauen Sommerabend die den Tag langsam ausklingen lässt. Das Erlebte des Tages so nach und nach unbedeutender werden lässt und es zulässt zu uns selbst zu finden.

Ach ja die Blasen…..Frauen kaufen ja manchmal seltsame Dinge so als Mann betrachtet. Da macht meine keine Ausnahme.  Aber zu dieser Zeit, an diesem Anfang, an meinem Anfang da war es für uns genau die richtige Entscheidung.
Ihr werdet sagen, hey das ist nur ein Whirlpool, aber zu dieser Zeit, in diesem Sommer an diesen Abenden da war es so unendlich mehr. Da schuf diese Idee eine Welt für uns die losgelöst vom Alltag neue Wege ermöglichte.
Blasen überall, Nebel und Blubbern schloss alles aus, den Lärm der Stadt, den Lärm der Gedanken und die Sorgen. Diese andere Welt ließ es zu alles zu vergessen und uns neu zu Erfinden.

Vermutlich geht oder ging es ja einigen von Euch auch schon so, da lauern wichtige Gedanken in uns die uns fast zerreißen aber sie sind so unaussprechlich, dass sie so nach und nach alle Gefühle zerstören, Gefühle die der Angst geopfert werden. Die Angst um das was passiert wenn wir sie aussprechen.
Am Anfang geht es noch darum den Partner zu schützen, die Partnerschaft zu schützen aber immer mehr geht es darum sich selbst zu schützen und dann bleibt irgendwann nur noch Hass und Verzweiflung. Hass auf eine Reaktion die nur hätte passieren können, nie passiert ist, nie eine Chance hatte. Weil die Angst gesiegt hat.

Wir hatten das Glück in dieses Märchen aus Blasen einzutauchen. Blasen die in ihrer Leichtigkeit so unreal sind, dass sie die schwere der Gedanken in sich aufnahmen, an ihnen kitzelten und zerrten bis sie sich lösten, bis die unaussprechlichen Fragen gestellt wurden.

Klar, jetzt könnt ihr sagen, was soll das? Wir setzen uns an einen Tisch gegenüber und reden. Ja, kann man so machen, die Frage Auge in Auge auf den Tisch. Die liegt dann da und bläht sich auf, wird immer größer bis keine Antwort sie mehr schlucken kann. Oder die Frage ist für Euren Partner so anders, so ungewohnt, dass für eine Antwort erst eine neues Wertesystem geschaffen werden muss. Wer dieses in Echtzeit schafft ist ein Genie.
Ich behaupte, dass ihr Verzweiflung findet, die dann zur Wut mutiert und alles vernichtet was ihr schützen wolltet. Ich behaupte ihr werdet Peinlichkeiten finden weil die Antwort Zeit braucht um gedacht zu werden. Und aus Auge in Auge, wird Auge um Auge, wird Zahn um Zahn.

Deshalb war dieses Sommermärchen ein Glücksgriff. Die Zeit hatte ihre Bedeutung verloren. Es gab uns die Chance, umgeben von Blasen, unsere Gedanken auszusprechen unseren Gedanken Zeit zugeben. Die Antwort konnte ganz langsam mit den Blasen die uns umgaben zu uns gelangen.

Nach den vielen Stunden war alles anders, war alles mehr, war alles größer, gab und gibt es einige neue wichtige Freunde.
Einfacher? Einfacher war seit damals nichts. Wie auch, wie kann mehr einfacher sein. Herausforderungen gibt es immer wieder. Schönes gibt es und Trauriges. Aber keiner von uns möchte dieses ungeschehen machen.

Kopieren, Veröffentlichen usw. nur mit Genehmigung gripseljagd 2016

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3 Gedanken zu “Am Anfang war….

  1. Hier ist also der Anfang, da habe ich mir ja was vorgenommen 🙂

    Klingt für mich sehr logisch, Blasen die Probleme wegblubbern und Fragen leichter machen, einen Ort schaffen, der fern von Zeit und Raum ist und Fragen gestellt werden können, die nicht der alltäglichen Fragekategorie, wie zum Beispiel der Nahrungsaufnahme, entsprechen, sondern darüber hinaus reichen.

    Ich finde die Schnapsidee vieler Menschen, das gemeinsam alles leichter ist nicht sonderlich realitätsnah. Man hat weitere Leben, über die man sich den Kopf zerbricht, an die man denkt, gleichzeitig muss man darauf achten sein eigenes nicht zu vergessen.
    Hat man dann aber seinen Blubberweltmenschen gefunden, darf man über den Alltag hinausblicken, dieses Geschenk ist eine Aufgabe und Bürde zugleich.
    Zu deinem Verlust kann ich mich nicht äußern, das wäre anmaßend. Danke, dass du deine Gedanken teilst!

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