Emma

klee

Oder der Versuch das unmögliche zu beschreiben.

Jeder kennt es, zumindest jeder der lebt, dieser Drang etwas anzupacken voll Motivation mit der Gewissheit am Ende Erfolg zu haben.

Tja ich glaube den Zahn muss ich Euch ziehen.

Vielleicht liegt es an meiner Unfähigkeit, möglich, aber ich für mich glaube, es liegt am Objekt. Jeder von Euch hat schon in der Schule Aufsätze geschrieben, die als Ziel hatten irgend etwas zu beschreiben. Klar haben wir alle gelernt vorher uns zurecht zu legen, was und wie wir es tun wollen, hatten einen Plan und eine Vorstellung.

Nun, diesen Plan, den habe ich nicht. Ich bin hier zwar nicht dabei Zensuren zu haschen aber es ist mir natürlich nicht ganz unwichtig was ihr denkt. Jeder, auch ich, ist natürlich etwas selbstverliebt und freut sich über Bestätigung aber Antrieb ist mir das nicht. Antrieb ist es mir, einfach mal ein paar Gedanken los zu werden. Und deshalb entscheidet hier mein Bauchgefühl und nicht die Eitelkeit.

Was macht die Beschreibung von Emma so schwer? Hauptsächlich bin ich da viel zu dicht dran und stehe mir deshalb wohl selbst im Weg. Vielen von Euch wird es deshalb wohl auch einfacher fallen die Bundeskanzlerin zu beschreiben als einen geliebten Menschen. Wenn ihr das mal reflektiert, dann versteht ihr mein Problem.

Warum ist das so?

Es ist eben alles viel komplexer wenn man den Blick ins Innere bekommt. Glaubt ihr nicht? Also ein Beispiel. Physik, ich mag Physik. Ihr wisst, es gibt Atome und diese bestehen wiederum aus kleineren Teilen. Wie denken mal nur oberflächlich, dann gibt es einen Kern und um diesen kreisen Elektronen. Alles schön klar und verständlich. Wenn wir uns aber genauer damit beschäftigen. Dann fangen diese verrückten Elektronen plötzlich an, gar nicht mehr so genau da zu sein, wo wir sie haben wollen. Oder wir sehen sie aber wissen nicht mehr wo sie sind. Plötzlich müssen wir uns entscheiden zwischen dem was sie tun oder wo. Heisenbergsche Unschärferelation Das ist ein Beispiel wie etwas unschärfer wird, je mehr wir wissen.

Ein anderes Beispiel. Versuchen wir mal die Erde zu beschreiben. Klar kein Problem.
Eine Kugel,ein Kern, ein Mantel, die Kruste. Auf der Kruste laufen wir, gibt es die Kontinente, Berge, Seen und Meere. Es gibt Pflanzen, Tiere. Es gibt Wälder und Wiesen.
Vermutlich könnte ich hier Stunden schreiben. Dann haben wir Karten auf denen ist die gesamte Erde abgebildet. Aber berührt uns diese alles? Habt ihr ein Gefühl dabei wenn ihr eine Landkarte betrachtet? Wohl eher nicht. Und je mehr ihr darüber nachdenkt um so unwirklicher wird alles.
Und jetzt passiert folgendes, in dieser Verzweiflung zu erkennen, dass ihr nie alles verstehen könnt was unsere Erde ausmacht lauft ihr nach draußen, lauft auf eine Wiese und stolpert. Mit dem Gesicht landet ihr im Dreck und dann seht ihr nur noch ein einzelnes Kleeblatt vor euch ihr spürt den Wind auf eurer Haut und erkennt was die Schönheit dieser Erde ausmacht.

Nun denn…

So ähnlich geht es mir mit Emma. Es wäre einfach ihren Lebenslauf zu beschreiben. Ihre Leistungen zu zeigen, ein Bild zu zeigen. Zu berichten was sie jetzt so macht usw. Aber glaubt irgend jemand wirklich er würde sie dann kennen?
Glaubt irgendjemand, dass wenn wir genauer hinsehen wir in der Lage wären wirklich mehr zu sehen? Nein, denn so einfach ist es nicht. Sie ist mein grenzgängerischer Wuschelkopf, eine liebenswürdige Gefühls-Chaotin mit Ansprüchen an sich die sie kaum erfüllen kann und an denen sie dann manchmal selbst scheitert. Und dann, wenn sie zu mir kommt in ihrer Verzweiflung, möchte ich sie einfach nur in den Arm nehmen.

Kopieren, Veröffentlichen usw. nur mit Genehmigung gripseljagd 2016

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3 Gedanken zu “Emma

  1. Je genauer. Man beschreiben soll, desto schwieriger wird es, oft fällt es mir auf den ersten Blick leicht jemanden genau zu beschreiben und beim eineinhalbten Gedanken wird die Aufgabe übermächtig. Ich kenne schließlich nur den Teil, der mir geöffnet wurde, der mir gezeigt wurde, aber jeder Mensch ist so viel mehr, mit jeder Minute, die wir auf der Welt sind, könnte man Seiten füllen mit unseren Gedanken, Mimik, Gestik, Wörter, Betonung und so vielem mehr.
    Einen Menschen zu treffen und ihn zu erleben, zu (be-)greifen ist das Schönste auf dieser Welt!
    Ich wünsche jedem Menschen eine Emma um zu spüren, wie es ist ein Individuum mit Haut und Haar und allen Eigenheiten zu lieben, so, wie du es tust!

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