Honigtot

Honigtot (wie immer Spoilerfrei)

Hanni Münzer

Ein bewegendes Buch über ein ernstes Thema. Bewegend, weil am Ende die Welt ein wenig verwundeter erscheint. Wer also unbeschwerte Unterhaltung sucht ist hier falsch, unterhaltend ist es aber trotzdem. Die Handlung spielt im dritten Reich und damit reiht sich Honigtot ein, in solche Bücher wie der Vorleser oder die Bücherdiebin. Beides, glaube ich, schon verfilmt beide Bücher auch gut. Aber ich vermeide es Filme nach dem Lesen zu schauen. Ich habe beim Lesen mein Bild der Geschichte im Kopf, dass brauche ich nicht korrigiert. Vor allem nicht, wenn es um diese intensiven Bücher, die nicht von Abenteuer und Aktion leben, geht.
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Nach meiner Meinung ist diese Form der Geschichtsbewältigung viel wirkungsvoller als jedes Denkmal, jede Rede eines Politikers. Denn so ein Buch schafft persönliche Bindungen die die Ungerechtigkeit des Krieges, der Diktaturen auf die emotionale Ebene bringen. Auch in Hinblick auf aktuelle Geschehnisse.

Die Autorin schafft es allein durch gutes Erzählen ohne Belehrungen die Personen und die Handlung dem Leser nahe zu bringen. Da wird nichts langatmig oder schleppend. Kein Schwarz Weiß, kein Jammerbuch keine Doku. Unterhaltung mit Tiefgang und einer ernsten Geschichte. Honigtot konzentriert sich auf wenige Personen und wirkt dadurch in der Handlung sehr emotional. Zeigt wie viel ein Einzelner leisten kann aber auch wie ausgeliefert, wie verletzlich er ist.

Soll man es lesen?   Ein klares ja für den, der über Arztromane hinaus möchte oder ist.

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