Kurz mal weg

Es war mal wieder Zeit für einen Kurzurlaub. Kurz sollte natürlich auch der Weg sein. Da jeder Flugplatz für mich ewig weit weg ist, blieb es gleich bei Auto und einem Ziel in der Nähe. Rügen, die größte deutsche Insel, für uns schon eine Weile her,  war damit einfach mal wieder dran. Auf dem Weg dorthin gab es dann auch ein paar Mal „Greifswald“ auf den Schildern der A20 zu lesen  und damit ein zum Teil ungutes Gefühl, aber da muss ich eben durch. Es gibt ja auch schöne Erinnerungen an diese Stadt.

20170225_131710Die Buchung, wie üblich übers Netz, war unproblematisch und das Winterangebot vom Wreecher Hof  war wirklich gut. Das Hotel besteht aus mehreren Gästehäusern, die um ein Hauptgebäude gruppiert sind. Alle Gebäude sind inselüblich Reetgedeckt. Ein schönes Ambiente, zum Wohlfühlen geeignet auch im Winter. Die Zimmer sind gemütlich und passend zum gesamt Konzept nicht übertrieben modern. Unser Zimmer war groß, hatte einen getrennten Schlafraum, eine Miniküche mit Bar, zwei Tische, einen Schreibtisch, Sofa, Sessel, zwei Stühle, alles also wirklich ausreichend. Es gab zwei TV Geräte für Paare die sich nicht einigen können und für wirklich schlechtes Wetter.

Das Restaurant, ein kleines Schwimmbad und die Sauna befindet sich im Hauptgebäude. Also muss man dazu an die Luft, um dort hin zu kommen. Es gibt eine Trockensauna, ein Dampfbad und eine Infrarot Kabine. Der Ruheraum und die Saunen waren für uns groß genug, aber bestimmt nicht in der Lage, alle Gäste gleichzeitig aufzunehmen. Das Schwimmbad befindet sich im Erdgeschoss die Saunen im Keller.
Der Service war freundlich und gut, das Essen schmackhaft und das Frühstücksbüfett großzügig. Wir hätten es also gut auch nur im Hotel ausgehalten aber natürlich haben wir uns auch die Gegend angesehen.

Putbus ist die jüngste Stadt der Insel Rügen und mit dem Ortsteil Lauterbach das älteste Seebad auf der Insel. So im Winter hatten wir bei schönem Wetter das Gefühl die Einzigen zu sein, die in der Stadt durch die Straßen wandeln. Fast hätte ich mich nach dem Zombiemob umgesehen so einsam lag die Stadt an dem Samstag in der Sonne. Außerhalb der Season waren die meisten Geschäfte zu oder hatten stark eingeschränkte Öffnungszeiten.
Die Stadt Putbus wurde 1810 von Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus gegründet, der seinen Heimatort als Planstadt im klassizistischen Stil  ausbauen ließ. Das ist schön anzusehen aber auch ein wenig overdressed für 2400 Einwohner. Von den weiß gestrichenen Häusern der Rügener Fürstenresidenz leitet sich der Name Weiße Stadt her. Putbus wird  auch Rosenstadt genannt, diese Rosen findet man vor vielen Gebäuden und auch einigen privaten Häusern, im Winter natürlich nur an den kahlen Stöcken zu erahnen.
Der Ort ist gut mit der Rügenbahn zu erreichen sowie in der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ der Rügen befährt.  Vom Bahnhof in die Stadt geht es vorbei an schönen Jugendstilvillen bis zu Zirkus, einer kreisrunden Anordnung der typischen Gebäude mit einer kleinen Parkanlage in der Mitte.
Wir haben die Gastronomie des Ortes mit Kaffee und Torte getestet. Am Rand des 74 Hektar großen Parks steht dazu das schöne Rosencafè.  Gemütlich bietet es Hausgemachtes auf hohem Niveau und es hatte geöffnet 😉20170225_124457

Einen Abstecher wert und vom Hotel Wreecher Hof nicht weit entfernt liegt das Hotel und Restaurant Nautilus. Das ist bequem zu Fuß durch die Boddenlandschaft zu erreichen, vorbei an Kopfweiden führt eine kleine Straße die in einer Sackgasse endet. Das Restaurant macht von Außen nicht viel her, ist aber Innen sehr aufwendig,dem Namen Nautilus entsprechend, gestaltet. Das Essen schmeckt hervorragend und ist deshalb zu empfehlen.

Weiter im Norden der Insel lag dann noch ein Ziel für uns, welches ja immer wieder für Diskussionen in Presse und Politik sorgt, die KDF Anlage des Dritten Reiches in Prora. Ein Monster in Stein welches mit seinen 4,5 km kaum in die Landschaft passt. Die Meinungen gehen natürlich weit auseinander aber letztlich ist es Teil unserer Geschichte ob nun vor 1945 für 20.000 Urlauber oder danach in der DDR als Kaserne der NVA.

Ein Teil der riesigen Anlage wird gerade zum Hotel umgebaut, es gibt Kultur, Museen und eine Diskothek. Schön, wie oft an der Mecklenburger Ostseeküste, ist der Waldstreifen zwischen See und Hinterland. Die niedrigen Windflüchter weichen dem Küstenwind aus und schaffen einen ganz besonderen Wald, den man so kaum sonst irgendwo findet.

Rügen ist auf jeden Fall einen Besuch wert und es gibt einiges mehr zu sehen, als das hier beschriebene. Auch die angrenzende Hansestadt Stralsund ist sehenswert und bietet mit dem Meeresmuseum auch für schlechtes Wetter ausreichend Unterhaltung und Bildung für die ganze Familie. Trotzdem verliert sich für mich ein wenig der klassische Inselreiz an der Größe dieser Insel.

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