Perry Rhodan Andromeda 1-6

Perry Rhodan Andromeda 1-6: Der komplette Zyklus

Uwe Anton, Hubert Haensel, Leo Lukas, Frank Böhmert, Frank Borsch, Ernst Vlcek

Heute mal wieder eine „Buchbesprechung“ und keine Politik oder andere weltverbessernden Texte oder eben doch? Was macht Bücher lesenswert? Was erwarten wir im Allgemeinen und insbesondere von einem SF Roman? Erwarten wir nicht neben Unterhaltung doch Antworten auf die aktuellen uns betreffenden Fragen, auf Orientierung oder Denkanstöße. Gute SF Literatur ist dann wohl eher doch unterhaltende Philosophie. Das Werkzeug der Philosophie sind Gedankenexperimente, Fiktionen.

Schon in Fabeln wurden ja fiktive Welten für die Darstellung von moralischen Grundfragen geschaffen. Meist blieb es aber bei diesen vermeidlich einfachen alltäglichen Problemen. SF Literatur schafft wieder eine fiktive Welt und projiziert unsere Fragen in diese Fiktion. Allerdings in der Regel auf einer Ebene die über den Fragestellungen der alten Fabeln hinausgeht. Nicht nur das menschliche Zusammenleben wird zum Thema sondern auch Sinnfragen und Fragen danach wo die Reise eventuell hingehen soll. Wer also nur das Abschalten von Politik, Wahlen und Trollen die über unser Leben bestimmen sucht, ist hier falsch.
Jenseits von Arzt und Liebesromanen gibt es in der SF Literatur dann schon den Anreiz etwas nachzudenken. Letztlich ist der Grund ein Buch zu lesen aber oft auch eine Flucht aus dem realen Leben, mindestens für eine kurze Zeit. Jedes Buch welches so fesselt, dass dieses gelingt hat seine Aufgabe erfüllt. Egal wie trivial es zu sein scheint.

Seit 1961 gibt es nun diese Romanreihe um den (fast) unsterblichen Perry. Knapp 3000 Hefte sind gefüllt. Damit ist Perry einer der wenigen überlebenden Helden der Literatur aus dieser Zeit. Neben z.B. Star Trek von 1966.

Für mich ist nicht meine erste Berührung mit diesem Helden. Bisher blieb immer ein zwiespältiges Gefühl zurück. Einmal ist es das Problem mit dieser Unendlichkeit, die auch zum Fluch werden kann.
Man fängt an zu lesen und merkt am Ende des Buches, dass nichts zu Ende ist. Die Gefahr, dass nichts gelöst und weitere Bücher notwendig sind droht immer. Klar, es ist eine Reihe aber man erwartet schon, dass ein Abenteuer endet. Das ist selbst bei vermeidlich längeren Erzählungen nicht der Fall. Es gibt Hörbücher die selbst nach 7 Stunden nicht mit einem runden Ende stumm werden.
Weiterhin ist der Stil durchgehend sehr pathetisch, etwas steif und mit kuriosen Technik Details vollgewuselt. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, hält Fans bestimmt aber auch bei der Stange, macht den Reiz dieser Reihe aus. So peinlich einfältig wie z.B. bei einigen Star Trek Folgen wird es aber nicht.

Andromeda ist von mir im Angebot als Hörbuch erworben worden. 50 Stunden SF Hörbuch reicht eine ganze Weile.  Positiv und deshalb empfehlenswert ist es, dass es dieses mal wirklich eine Handlung mit Anfang und Ende gibt. Damit kann jeder Perry Anfänger einsteigen und erhält auch am Ende ein Ende, eine Auflösung.

Stilistisch  ist es natürlich so wie Fans es erwarten. Wenn 1960 draufstehen würde, ginge es durch. 50 Stunden sind fast mit Inhalt gefüllt. Es werden die verschiedenen Perspektiven der handelnden Protagonisten beleuchtet. Es gibt genügend Stellen mit den schon erwähnten Fragen, die Sinn dieser Literatur sind, jeder Leser kann da schon entscheiden was ihm wichtig ist. Sind es die mehr existentiellen Fragen oder einfach „nur“ die Unterhaltung. Das Hörbuch ist die 50 Stunden meist kurzweilig und unterhaltend.

Ein wenig enttäuschend ist das Ende. Nach 49 Stunden Zuspitzung, nach dramatischen Situationen, langer Suche und Millionen Toten ist es dann unangemessen Unspektakulär. Aber das tut ja den ersten 49 Stunden keinen Abbruch.

Was stellenweise nervt, sind die Wiederholungen und Erläuterungen. Da schlägt zu, dass man ein Buch hört, welches ursprünglich als Serie geschrieben wurde. Für das durchgängige Hören wurde es nicht aufgearbeitet.

Die technischen Exkurse sind typisch für diese Serie und der Hörer mag es oder er muss einfach da durch. Vielleicht gibt es ja tatsächlich Fans die die angegebenen Geschwindigkeiten in Beziehung zu realen Entfernungen in unserem Universum bringen und das nachrechnen. Oder Energieangaben mit ihrer Stromrechnung vergleichen. Auf jeden Fall gibt es Technik genug und diese ist in ihrer Fiktion auch schlüssig.  Märchenhaft wie bei anderen Serien geht es nicht zu.

 

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