Nevernight

Nevernight (Die Prüfung) von Jay Kristoff

Nachdem doch schon etwas Zeit ins Land gegangen ist, jetzt wieder eine Buch Rezension. Wie immer relativ Spoilerfrei und hier den ersten Teil einer Trilogie.
Ich gebe zu, dass ich vorab etwas in anderen ein Stern Kritiken geschaut habe und ich möchte am Anfang gleich darauf eingehen.
Vorrangig wird dort gerügt, dass immer wieder mehr oder weniger wichtige Informationen, satirische Unterbrechungen, durch eine Erzähler Rolle im Roman, den Fluss oder moderner den Flow des Lesens stören. Das soll so weit gehen, dass es unangenehm wird und unübersichtlich. Ich habe dieses Buch als Hörbuch konsumiert (Arbeitsweg) und deshalb bin ich davon überhaupt nicht betroffen. Der Sprecher Robert Frank macht seine Arbeit wirklich gut und die unterschiedlichen Stimmen sorgen für eine natürliche Trennung, man findet sich ohne Aufwand zurecht und zumeist passen die Ergänzungen des Erzählers auch gut in das Buch, geben Informationen die die Fiktion in der Darstellung unterstützen. Die angeblichen permanenten Wiederholungen wurden durch mich nicht störend wahrgenommen. Die z.B. „Nichtkatze“ ist eher ein Synonym und keine wiederkehrende Erklärung. Also nicht von so einem Mono Stern abschrecken lassen.

Im Kern ist es, wie gerade irgendwie modern, ein Fantasie.- Entwicklungsroman. Es erinnert etwas an Harry Potter und beschreibt in einer fantastischen Umgebung die Entwicklung der Heldin von etwa 10 Jahren bis zur Frau, eine Kopie des Potters ist es aber nicht. Wer also zu erwachsen ist, den Weg der Heldin mitzugehen, für den wird das Thema eher uninteressant sein. Ab und an konnte ich mich diesem Gedanken auch nicht ganz erwehren. Der Rest, die Magie, der Ort, die phantastischen Personen und ist Fiktion. Diese Fiktion ist in sich angenehm rund und schlüssig. Überhaupt ist der Umfang des Buches dem Thema angemessen, die Anzahl der handelnden Personen passen, sind ausreichend umfangreich, die Charaktere gut gezeichnet. Die 22 Stunden Hörbuch bleiben spannend und man verliert nicht Übersicht.

Im Vergleich zu den Harry Potter Büchern geht es aber deutlicher zu Sache. Es wird nicht gespart, mit Blut und Tod, das Ende der Personen wird beschrieben mit allem Elend des Sterbens. Ob das immer notwendig ist, soll jeder Leser selbst entscheiden. Das Buch driftet nicht in Horror oder einem Gruselzweck ab, sondern der Tod ist einfach ein großes Thema der Geschichte und wird nicht pathetisch verklärt dargestellt oder beschönigt. Die Sprache ist dieser Darstellung angepasst rau und wer schöne Wortspielereien und nobelpreiswürdige Literaturkunst erwartet ist falsch. Letztlich soll aus der Heldin eine Assassine werden und Mord ist eben Mord und das wird auch nicht moralisch verzerrt. Rache bleibt so doppelgesichtig wie sie ist und das ist in der Darstellung angenehm.
Entgegen mancher Kritik finde ich, alles bleibt spannend und ist meist nicht sinnlos in die Länge gezogen. Man bleibt bis zum Schluss dran und es ist nicht vorhersehbar glatt. Da habe ich schon deutlich schlimmeres Erlebt. Ein gewisses Alter sollte der Leser schon haben, ein Kinderbuch ist es nicht.

Kritik…Konkret, mir erschließt es sich z.B. nicht warum die Heldin eine Brustvergrößerung braucht, die Betonung auf solche Äußerlichkeiten passt irgendwie nicht in die Zeit der Leser und ist auch für die Handlung überflüssig. Vielleicht will er Autor auch in Zukunft mal in die Erotik Ecke wechseln.

Lesen? Wenn man mit dem Mädchen zur Frau Thema in einer phantastischen Umgebung etwas anfangen kann, das Buch bietet gute Unterhaltung, ist spannend, kurzweilig, in seiner Fiktion echt und konsequent also Ja.

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